Wie nachhaltig sind Naturkautschuk-Matten wirklich?

Aktuell besteht eine enorme Nachfrage nach Naturkautschuk. 70% des Naturkautschukaufkommens wird in der Reifenindustrie verarbeitet. 

Bei der Ernte werden Kautschukbäume „angezapft“ und ein Milchsaft (Latex) gewonnen. Dieser wird dann zu (Natur)kautschuk verarbeitet.

Die erste Ernte der eines Kautschukbaums kann nach 9 Jahren stattfinden. Da soviel Nachfrage besteht, werden die Bäume häufig in Monokulturen massenhaft angepflanzt.



Konsequenzen zunehmender Monokultur-Landwirtschaft: 

  • Biodiversitätsverlust und damit Artensterben, weil bestimmte Synergien nicht mehr bestehen können oder Pestizide für Effizienzsteigerungen eingesetzt werden
  • Abholzung von Regenwald für die Vergrößerung von Anbauflächen, die vielleicht kurzfristig gesehen ökonomisch "effizienter" sind als Mischkulturen oder Wild Rubber – Naturkautschuk im Regenwald – oder Agroforstwirtschaft – Naturkautschuk zwischen landwirtschaftlich genutzten Pflanzen.

Es ist also wichtig darauf zu achten, woher der Naturkautschuk in unseren Produkten stammt

  • Der Anbau sollte da stattfinden, wo es ökologisch, sozial und ökonomisch am nachhaltigsten, nicht wo es kurzfristig am billigsten ist (siehe: Problem nach Norden wandernden Naturkautschuk-Anbaus aus Preisgründen unter Missachtung von Böden/Klima/Arten/Biodiversität/(Grund-)Wasser/etc.)
  • Welche Löhne werden gezahlt? Sind diese zu niedrig wechseln Farmer*innen zum Beispiel zu Palmöl-Monokulturen und Naturkautschukanbau wandert – siehe oben – nach Norden, wo Löhne niedriger und Monokulturen kurzfristig effizienter sind, ökologische Auswirkungen wie die Auslaugung von Böden aber fatale Folgend haben können.
  • Ein weiterer Aspekt zu kurzfristiger Renditeorientierung: Korkrinde wird zu schnell geerntet, weshalb sich Bäume nicht mehr erholen können.
  • Gibt es Mikroversicherungen für Schlangenbisse, Ernteengpässe etc.?
  • Gibt es lokale medizinische Versorgung?
  • Was sind die Auswirkungen auf die jeweiligen lokalen anderen Industrien und deren Lohnniveaus, wenn in entsprechenden Regionen Naturkautschuknachfrage steigt oder sinkt?
  • Wie sieht es bezüglich der Landrechte vor Ort aus? Wem gehört das Land, auf dem Naturkautschuk oder Kork angebaut wird? Wem gehören die Farmen? Findet Landgrabbing statt? Enteignen Konzerne zum Beispiel lokale Bevölkerung und stellen diese anschließend auf dem Land an, das ihnen ursprünglich gehört hat?

Wir sind aktuell im regelmäßigem Austausch mit anderen nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen und NGOs die sich mit dem Thema beschäftigen, mit der Forschung und sind aktuell dabei unsere Sourcing nachhaltiger zu gestalten. 

Es ist ein schwieriger Weg, da es bisher tatsächlich noch nicht so viele nachhaltige Möglichkeiten des Naturkautschuks gibt und auch eine FCS Zertifizierung leider nicht viel über nachhaltigen Anbau aussagt. Ein best practice Beispiel ist „Einhorn Kondome“, mit denen wir im engen Austausch stehen.